Van-Life
Foto-Blog Südamerika-Chile
Chile-Salpeter
  Ende des 19. Jahrhunderts, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, spielte Salpeternitrat, besser bekannt als Chile-Salpeter, zwei zentrale Rollen: Brot und Sprengstoff. Kaum Wunder, dass sich die um die südamerikanischen Nitrat- Lagerstätten gruppierten Länder Bolivien, Chile und Peru ob dieser goldenen Gans auch rasch im sogenannten Salpeterkrieg 1879 in die Haare gerieten. Bald wurde der Gans jedoch durch ein von den Nobelpreisträgern Haber und Bosch entwickeltes Verfahren tatsächlich der Garaus gemacht. Mit der industriellen Anwendung ihres Verfahrens ging die Produktion des Chile-Salpeters nach 1913 fast vollständig zurück und hinterließ in Chile ein Vakuum mit allen Folgen des Zusammenbruchs eines zentralen Wirtschaftszweiges. So sehr war ein Nobelpreis wahrscheinlich noch nie verwünscht worden!


    Zu Beginn war alles ganz einfach: Brocken sammeln und sie auskochen.
 
    In der Atacama-Wüste wuchs ein Industrieidyll mit rauchenden Schloten und mörderischen Arbeitsbedingungen aus dem Boden. Der Raubau sensibler Wüstengebiete begann.
 
    Alle waren glücklich über die guten Geschäfte, sollte doch die Landwirtschaft der ganzen Welt vom Chile- Salpeter profitierten, und sogar der Hunger könnte endlich besiegt werden!
Brot für die Welt, hieß Dünger für die Welt!
 
    Dänische Landwirte waren ebenso dabei, wie die französischen....
 
    ... und auch in Schweden muss das weiße Pulver das reine Glück bedeutet haben!
 
    Der türkische Bauer wollte seinem französischen Kollegen keinesfalls nach- stehen.....
 
    ...sowenig man in Südafrika auf Prosperität verzichten wollte, die an Automobilen und respektablen Häusern erkennbar sein sollte.
 
    Auch China war auf 'Dünger aus dem Sack'.
 
    Haber & Bosch! Für die verheizten Tamarugalwälder kam die Erfindung zu spät.
 
    Reif für's Weltkulturerbe,
wie Völklingen?
 
    Die englischen Verwalter zogen ab, und hinterließen Spuren nobler Architektur. Ihr Salpeterpatriarch, J.T. Humberstone, wurde 1939 hochbetagt in Tiliviche be- erdigt, musste jedoch den Niedergang seines Lebens- werks noch miterleben.
 
    Die weniger noblen Spuren der Arbeiter liegen als salzkonservierte Schuh-Fossilien im Sand.
 
    Ruhe ist wieder eingekehrt....
 
    .....hätte da nicht jemand frech gesprüht: "Solamente la lucha continua" - Nur der Kampf geht weiter.